Im Moment grüble ich sehr viel über Selbstwert in der Beziehung nach. Ich finde ich es oft unglaublich schwierig, diese Balance zu finden. Ich spreche hier bewusst nicht, von Balance halten, denn ich muss sie tatsächlich immer wieder neu finden.

In Phasen, wo ich zB das Gefühl habe, mein Partner zieht sich von mir zurück, und ich mich aber selbst gerade nicht stabil fühle, macht es mich unsicher, unrund und frustig.

Auffallen tut mir das oft erst, wenn ich merke, dass ich mich um mehr Nähe bemühe oder sie vielleicht, ohne mit Worten zu kommunizieren, einfordere, das kann auch ganz schön subtil sein und ihm zB ein schlechtes Gewissen machen (das geht völlig mühelos, fast wie von selbst ;-) ).

Schon sitze ich in der Falle, bin in der Opferrolle, fühle mich schwach, Verlustängste poppen auf in mir, …. und all das zieht weitere Dynamiken nach sich.

Aus dieser Position heraus das Gespräch zu suchen um meine Verletzlichkeit, meine Sorge, meine Kränkung oder mein Bedürfnis nach – in diesem Fall mehr Nähe – auszudrücken, ist kaum gewinnbringend, macht es meist nur verfahrener.

Mich in dem Fall ebenfalls von ihm zurückzuziehen und meine Wunden zu lecken, macht es definitiv nicht besser.

Mittlerweile weiß ich:

Stattdessen steige ich raus aus meiner Rolle und suche die Nähe zu mir. Nimm mir Zeit um mit all dem zu sein, all den Ängsten und dem Schmerz, den ich aus früheren Zeiten kenne und die jetzt getriggert wurden.

Das wichtigste dabei ist, dass ICH mich dabei nicht verlasse, eben das aushalte, mich tröste. Mich wieder in mir selbst fest verankere und mit meiner Würde verbinde. Massen von Mitgefühl mit mir selbst habe.

Ich merke, wie ich wieder in meine Stärke komme. Wieder klarer werde. Wieder aufrechter werde. Mich erwachsen fühle und weiß, dass ich ganz allein auf meinen Beinen stehen kann.

Aus dieser Position heraus kann ich schließlich klar mit meinem Partner kommunizieren.

Ich bin mit mir selbst in Kontakt und weiß was ich will und was es braucht, damit ich mich wertgeschätzt fühle in der Beziehung. Die Angst ist vielleicht trotzdem da. Aber er wird mich völlig anders wahrnehmen und anders reagieren als wenn ich aus meiner alten Wunde heraus gesprochen hätte.

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